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Redaktionelle Presseartikel, in denen Interessantes, Schauriges und Kurioses aus Oschatz oder von Oschatzern berichtet wurde  hat Grit Jähn gesammelt und „Oschatz-damals“ zur Verfügung gestellt. Sie finden diese Zeitungsausschnitte auch bei „facebook“ unter „Oschatz gefällt uns“ – aber es ist ja nicht jeder bei facebook angemeldet.

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17. Juni 1727: Wienerisches DIARIUM

Frankfurt. In dem Dorf Lonnewitz, eine Viertel Meile von Oschatz ist am letzt-abgewichenen Himmelfahrtstage, als den 22sten dieses, a.c. ein alter Bauers-Mann Namens Michael Adam, so 127. Jahr; 4. Monat und 6. Tage alt geworden, begraben; er ist etwa drey Viertel Jahr Beth-lägerig gewesen, hat aber niemals Artzeney gebraucht.

18. März 1815: Oschatzer gemeinnützige Blätter

Zwanzig Thaler Belohnung.
Bey dem in der Nacht vom 3. zum 4. d.M. durch Anbohren und Erbrechen des Fensterladens in mein Gewölbe an mir verübten Einbruche, sind mir unter andern folgende Gelder entwendet worden. Aus einem in der Wohnstube gestandenen mittelst eines Holzmeisels erbrochenen Commoden-schrankes 60 thlr. in einem zum Absenden bereit gelegenen und mit der Ueberschrift 50 thlr. H.C.M zu Dresden versehenen Paquete an 3 Species Thalern 2/3, 1/3.1/6, 5 thlr. an einem Friedrichsd'or. 13 thlr. Cassenbillets, 2 thlr. ungefähr in 17 Xr, 29 bis 30 thlr. in ganzen und halben Kron- und Laubthlr. aus einem in dem nehmlichen Schranke befindlichen Schubkasten.
So auch verschiedenen Materialwaaren, welche ich nicht im Stande bin, genaue Bemerkungen anzugeben, als feinen Zucker in eingefaßten Pfund ½ und ¼ Pfund Packeten. Melts in Pfundpacketen. Ferner gebrannten Caffee, fein günen Caffee, große und kleine Rosinen, Citronath, Gerstenzucker und Brustküchel. Ich mache solches andurch öffentlich in der Hoffnung bekannt, durch Angabe der specielleren Umstände vielleicht zu der Entdeckung des frechen Diebes mitzuwirken, versprechen auch demjenigen, welcher zuerst wider selbigen auf die Spur mit Erfolg verhelfen sollte, mit Verschweigung seines Namens, eine Belohnung von zwanzig Rthlrn.
Oschatz, den 8. März 1815
Johann Wilhelm Lochmann


12. August 1815: Leipziger Zeitung

Aufforderung. Es ist gestern ein fremder Mensch ohne Paß und sonstige Legitimation allhier betroffen und angehalten worden. Er nennt sich Andreas Rubers, will aus München gebürtig, dermalen aber Leibjäger bey dem Hrn. Oberförster von Benjowsky in Potsdam gewesen, jedoch der Militärdienste halber, wozu er gezwungen werden sollen, ausgetreten seyn.
Er ist 75 Zoll lang, tägt sich sehr gerade, ist von schmächtigem Körperbau, brauner, gesunder Couleur, hat ein mehr längliches nicht volles Gesicht, blondes Haar, bläuliche Augen, etwas aufgeworfene Lippen, ist mit einem Oberrock von stahlgrünem Zeuge, rundem Hute, weißbaumwollnem Halstuche, grüner Tuchweste mit drei Reihen gelber Knöpfe, dunkelblauen Pantalons von Tuch, und rindsledernen Schnürstiefeln bekleidet.
Da zu vermuthen, daß dieser Mensch begangene Verbrechen halber irgendwo flüchtig gewesen seyn könnte, so machen wir alle Behörden auf das Signalement desselben aufmerksam, und sind bereit, denselben dahin, wo er entsprumgen, gegen Revers und Erstattung der Kosten verabfolgen zu lassen.
Oschatz, den 8 Aug 1815
Der Rath allda

21. Februar 1816: Leipziger Zeitung



Verpachtung. Daß der Raths- und Commun-Weinkeller allhier mit der Gerechtigkeit, fremdes Bier einzulegen und zu verschenken, sowohl mit der dazu geschlagenen Waage und dem Pechschlage, mit Vorbehalt der Auswahl unter den Licitanten, und unter den übrigen am Rathhause allhier ausgehangenen Bedingungen, auf den 7ten März dies. J. des Vormittags um 12 Uhr zu Rathhause, von Osterm dieses Jahres an, auf 6 Jahre, an den Meistbietenden verpachtet werden soll; wird auch hierdurch öffentlich bekannt gemacht.
Oschatz, den 5ten Febr. 1816
Der Rath allda


1. Januar 1821: Leipziger Zeitung


Warnung.
Joh. Nicolain, eine Tuchmacher-Meisters Tochter, aus Oschatz gebürtig, welche bey mir ½ Jahr in Diensten war, ist am 2. Dec. heimlich aus ihren Dienst gegangen. Ich warne Jedermann, ihr auf meinen Namen nichts zu borgen.    Leipzig, den 5. Januar 1821
Friedrich Ernst Thurm, Buchbindermeister


19. Juli 1824: Leipziger Zeitung


Steckbrief: Wider den Kutscher des Herrn Schauspieldirector Pitterlin, Johann Gottlob Roßberg, aus Roschkowitz bei Döbeln, ist dringender Verdacht entstanden, seinen vormaligen Dienstherrn, nachdem er von ihm unterm 11ten vorigen Monats verabschiedet worden, in der Nacht des 13 Juny dieses Jahres bestohlen zu haben. Gedachter Roßberg ist über 30 Jahre, mittlerer Statur, hat ein hageres blasses Gesicht, einen düstern ungewissen Blick, braunes Haar, stumpfe Nase, und ist bei seiner Entfernung von hier mit einem sehr abgetragenen erbsfarbenen Oberrock mit kleinem Kragen und gelbmetallnen Knöpfen nach Livree-Art gemacht, mit einem runden Filzhut, weißem Halstuch und Westchen, langen engen Beinkleidern von graumelirtem Tuch, und Stiefeln mit gelben Stolpen bekleidet gewesen.Er hat von dem Herrn Schauspielunternehmer Pitterlin unterm 11. Juny dieses Jahres ein vorteilhaftes Dienstzeugniß, auch auf den Grund desselben an dem nemlichen Tage von uns einen Paß zur Reise nach Leipzig und in dortige Gegend erhalten, wo er sich um anderweitige Diesnste bewerben wollen; auch scheint er den Weg dahin wirklich genommen zu haben. Wir machen sämmtliche Polizeibehörden auf diesen Roßberg, der wahrscheinlich den von uns erhalten en Paß zu seinem Fortkommen brauchen dürfte, aufmerksam, und ersuchen dieselben, ihn, wenn er sich in ihrem Bezirk betreten lassen sollte, anzuhalten, zu verhaften und uns schleunigst Nachricht darüber zur weiteren Verfügung zukommen zu lassen. Oschatz, den 10.July 1924
Der Rath daselbst

6. August 1825: Oschatzer gemeinnützige Blätter
Allerhand
Polizeiliche Bekanntmachung.
Da vom künftigen Montage, als den 8. dieses Monats an, das gewöhnliche Wegfangen der in hiesiger Stadt befindlichen herrenlosen Hunde durch den Freiknecht Statt finden soll, so wird solches andurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Oschatz, den 4. August 1825
Der Rath allda


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