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Abraham Karl Heinrich Eichstädt, der weithin gekannte Senior
der Universität Jena, hatte alle akademische Ehre und Glückseligkeit in
einem langen Leben genossen, als er am 4. März starb. Er war am 8.
August 1771 zu Oschatz geboren, ein ausgezeichneter Schüler in Pforte
gewesen, mit 15 Jahren Student in Leipzig, 1789 mit kaum 17 Jahren
Magister, dann Privatdocent in Leipzig und 1797 von dem schmalen Bissen
des leipziger Privatdocentenstandes nach Jena zu der einträglichern
Stelle eines Unterredacteurs der Allgemeinen Literaturzeitung von Schütz
berufen. Hier begründete er die Lateinische Gesellschaft und wußte sehr
schlau, als Schütz 1804 nach Halle ging, viele bisherige Mitarbeiter an
die Neue Jeanische Literaturzeitung unter allerhand Vorspiegelungen zu
fesseln, was ihm sein früherer Wohltäter, Schütz, nie hat
vergessen können. Von da blieb er bis 1842 an der Spitze dieses
Instituts, war in Jena und Weimar allmächtig, erhielt nach und nach alle
akademischen Grade und die wichtigsten akademischen Aemter, ward Hofrath
und geheimer Hofrath, trug vier Orden und besaß bei einer mehr als
sparsamen Lebensweise fünf Rittergüter. Er war durch Talent, Gewandtheit
und Gelehrsamkeit ein ausgezeichneter Lehrer, wenn er wollte, und das
als Schriftsteller ein Meister in der lateinischen Form, wie namentlich
seine zahlreichen Denkschriften, z.B. auf die Herzogin Amalie, Goethe,
den Minister v. Voigt, Böttiger, Stark, Ziegesar und viele Andere,
darthun. Sonst war er ebenfalls ein Meister in Liegenlassen angefangener
Arbeiten, z.B. der Ausgaben des Diodorus und des Lucretius. Als Mensch
nur von Wenigen geliebt, lebte er mit seinen Collegen meistens auf
einem stillen Kriegsfuße. |